
„Erste Hilfe“ von Silvia Kracht und Jan Houdek aus Fulda/Kassel
Erläuterungen der Verfasser (Auszug)
Stadträume sind Überlagerungen verschiedenster Lebensentwürfe. Diese Vielfalt ist gleichzeitig die Herausforderung für Freiräume (öffentliche Räume), denn sie müssen auf die verschiedensten Vorstellungen und Wünsche der Menschen reagieren. Durch den Wandel des Wettbewerbgebietes werden die Freiräume zu Zwischenorten, die im Alten das Neue erahnen lassen. Sie wandeln sich mit dem Fortschritt des Projektes. Sie besetzen Lücken und machen diese Orte lebenswert.
Mehr als gebaute Strukturen braucht das Gebiet Aktionen.
In direkter Nachbarschaft zum neuen Grünzug Hochwasserbassin findet man das Bille Badeschiff. Das Badeschiff hat sein Vorbild in den Freibädern der Zwanziger Jahre, welche im Bereich des gegenüberliegenden Ufers lagen. Hier kann an 365 Tagen im Jahr geschwommen werden, im Sommer unter freiem Himmel und im Winter unter einem temporären Dach. Mit Blick auf die Bille geht es entlang der neuen Uferpromenade, die mit ihren Uferterrassen zum Verweilen undSonnenbaden einlädt. Auf Höhe der National Starch & Chemical Fabrik wird die Nacht zum Tag. Durch die Illumination der Fabrikgebäude entsteht zusammen mit der temporären Bar ein Ort für Events. Da bereits das Kraftwerk illuminiert wird, ist diese Aktion als eine Erweiterung des Lichtraums zu sehen.
Bewertung der Jury
Die Entwurfskonzeption basiert auf einem strategischen Ansatz: Die Räume im gewählten Betrachtungsraum werden kategorisiert und Vorschläge zur Entwicklung und Handlungsmöglichkeiten in „Erste Hilfe-Faltblättern“ räumlich zugeordnet. Mit dem „Erste Hilfe-Koffer“ sollen Akteure animiert werden, die Räume in Besitz zu nehmen und zu gestalten. Zugeordnete Imagebilder visualisieren die Idee. Analog zur Auslobung ist hier ein konsequenter
Ansatz für eine langfristige Strategie gefunden worden. Sie regt Zwischenstationen der Entwicklung und Umsetzung bewusst an und beschreibt die Handlungswege, ohne das Ergebnis vorweg zu nehmen. Die thematischen Faltblätter sind als Hilfe für die Akteure zu verstehen, um die Umsetzung der Bilder an geeigneten Orten zu realisieren.








