1. Preis "Wandelfähigkeit der Landschaft"

„Die Wandelfähigkeit der Landschaft“ von Milena Georgieva, Hristo Penev und Maria Hristova aus Wien

Erläuterungen der Verfasser (Auszug)
Auf den ersten Blick ist diese Landschaft eine enorme Aussichtsplattform mit Wanderwegen und Wiesen mitten in der Stadt. Sie ist aber kein fertiges Ergebnis, auch wenn sie eine feste Struktur hat. Sie ist ein Ort, der bei seiner „Geburt“ noch keine konkrete Funktion hat; mit der Zeit kann er sich aber immer wieder neu definieren. Ein Ort, der Potenzial für Ideen bietet und somit den Menschen ein Gefühl von Freiheit vermittelt.

Die Plattformen entwickeln sich auf eine zweite Ebene über die bestehende Stadtstruktur ohne die Landschaft um die Billemündung flächendeckend zu zerstören oder beschatten. Es ist eine künstlich geschaffene Landschaft, die
Distanz von der Stadt ermöglicht, die zugleich ein Teil dieser Stadt ist. Hier nimmt das Ohr anstatt Vogelgezwitscher den Lärm der Schnelllebigkeit
wahr; dem Auge wird eine hervorragende Übersicht über das Zuhause des einundzwanzigsten Jahrhunderts ermöglicht. Ein Ort, der auf ungewöhnliche
Weise zu Entspannung einlädt und vor allem zu Auseinandersetzung, Kunst und Kritik anregt. Gerade deswegen schreiben wir diesem Ort als Eigenschaft die Umwandlungsfähigkeit zu.

Leitideen:
1. Der Ort als Verbindungselement, als Stadttor
2. Aussichtsplattform, Niveauunterschiede, Licht und Schatten
3. Öffentlicher Raum für soziale Vermischung
4. Arbeits- und Wohnraum für Künstler am Brandshof
5. Teil der Bille-Landschaft
6. Landschaftsgestaltung der Plattform

Bewertung der Jury
Der Entwurf basiert auf einer Analyse des gesamten Bearbeitungsgebietes und bietet eine großräumig angelegte Antwort auf die sich daraus ergebenden Fragen. Geleistet wird eine durchdachte Verbindung der umliegenden Stadtteile
und zugleich die Schaffung eines neuen Raumes durch eine behutsam platzierte und ausdruckstarke dritte Ebene. Vorhandene Freiräume und Gewässer bleiben davon weitgehend unberührt.

Der „Landschaftsflyer“ ist eine selbstbewusste Antwort auf die Verkehrsinfrastruktur des Ortes, die funktionierende Nutzungen ermöglicht und durch die kreative Einbindung in die gebaute Stadtstruktur eine eigene Ästhetik entfaltet.

Der visionäre Gehalt des Entwurfs besteht in der These, dass Stadtwüsten und Infrastrukturlandschaften aus der „sicheren“ Höhe eine neue Qualität in den Augen der Nutzer erhalten.