
Wilhelmsburg ist eines der internationalsten Quartiere der Hansestadt. Menschen aus über hundert Nationen leben auf derInsel. So gärtnern zwischen Süder- und Norderelbe türkische Kleingärtner neben deutschen Laubenpiepern. Und an der Kehre Vogelhüttendeich pflücken deutsche Familien Brombeeren für Marmelade, portugiesische Familien wiederum Brennnesseln für Salat, und beide laden sich gegenseitig zur Kostprobe ein. Bei so viel Vielfalt versteht es sich von selbst, dass die Gartenschau ihr eine eigene Welt widmet: die Welt der Kulturen.
Die Gärten in dieser Erlebniswelt spiegeln die unterschiedlichen Ausdrucksformen der Kulturen in Sprache, Literatur, Musik, Küche, Kleidung, Symbolik und Architektur wider. Zwei der zehn Gärten wurden von Wilhelmsburger Bewohnern mit entworfen und gestaltet: der „Heimatgarten“ und der Garten „Sit down!“. Und auch der „Kiosk der Kulturen“ erwuchs aus einem Beteiligungsprojekt.
Lernen Sie auf Ihrer Reise "In 80 Gärten um die Welt" die Gärten in der Welt der Kulturen kennen:
39. Intermezzo
Chicken Talk
elefon war das erste elektrische Gerät, mit dem man an verschiedenen Orten miteinander kommunizieren konnte. Für die Wilhelmsburger Kulturen ist es ein wichtiges Mittel, um mit den Verwandten in ihren Heimatländern in Kontakt zu bleiben.
Im Garten "Intermezzo" werden typische Landestelefonzellen aus den Ländern der Einwohner, in Pflanzenteppiche eingebettet, aufgestellt und miteinander verbunden. Besucher stellen "fremden Gesprächspartnern" Fragen und kommunizieren miteinander. Sie sehen dabei nicht, mit wem sie telefonieren.
40. Vers um Vers
Literatur
Die Literatur als höchste Ausdrucksform der geschriebenen Sprache ist zu jeder Zeit höchstes Gut der Kulturen gewesen. Literatur ist im weitesten Sinne ein mündliches, etwa durch Versformen und Rhythmus, oder schriftlich festgehaltenes sprachliches Zeugnis.
Die Pflanze, als Baum, Blume oder Blüte, kommt in der Literatur aller Kulturen vor. In diesem Garten können die Besucher die Pflanzen als „Hauptdarsteller“ auf einer Reise durch die Weltliteratur erleben. Sie können die Meisterwerke lesen und hören sowie fremde Kulturen literarisch schätzen lernen.
41. Garten Klangvoll
Musik
Dieser Gartenraum bietet dem Besucher eine klangvolle Reise durch das weltweite Motiv der Pflanze in Liedern, Opern und instrumentalen Stücken. Zugleich werden aus Pflanzen produzierte Musikinstrumente präsentiert und erlebbar. Es werden Violinen und Xylophone aus Holz bis hin zu Flaschenkürbisrasseln zu sehen und zu hören sein. Die Welt der Musik, ein rhythmischer Gartenraum als Ort von Klängen aus 80 Ländern der Welt.
Der Garten zeigt die Vielschichtigkeit und den Facettenreichtum unterschiedlicher Musikkulturen. Diese haben ausdrucksstarke Identitäten und hören sich je nach Herkunft hart, schnell und langsam, flüssig oder unterbrochen, temperamentvoll oder tragend an. Im Garten der Musik können sich Besucher auf Liegen ausruhen und währenddessen kleinen Musikgeschichten dieser Welt lauschen. Klangfarben und Tonfolgen tragen den Hörer in andere Welten und rufen je nach melodisch-harmonischen oder gar groovigen Rhythmen unterschiedliche Stimmungen hervor.
42. Heimat
Beteiligungsgarten
Der Garten „Heimat“ ist ein einladender Ort, der sich mit den Bewohnern Wilhelmsburgs entwickelt hat. Heimat ist Mutterboden und Vaterland. Erde und Pflanzen aus verschiedenen Ländern, Regionen und Klimazonen können im Heimat-Garten wiedergefunden werden. Das „Wurzeln schlagen“ wird hier als Begriff für heimisch werden verstanden.
Der Garten „Heimat“ sieht Pflanzen der Heimatländer vor, gepflanzt in typischen Behältern der jeweiligen Länder (z. B. Olivenölkanister). Die Pflanzen, die Erde und die Gefäße können von Menschen, die in Wilhelmsburg eine neue Heimat gefunden haben, aus ihren Herkunftsländern mitgebracht und während der Gartenschau als Zeugnis der Vielfalt der Kulturen gezeigt werden.
43. En vogue
Très chic – Spiegel der Eitelkeiten
In diesem Garten werden Bekleidung, Mode und Trends thematisiert. Ein Garten der Lebensfreude, Farbenfülle und Variation. Ist Kleidung eine Visitenkarte, die die kulturellen Eigenarten widerspiegelt?
Kleidung und Mode haben viele Facetten: von der Gesellschaft vorgegeben, durch Traditionen geprägt, an klimatische Verhältnisse angepasst oder einfach nur Geschmackssache.
Seit 75.000 Jahren spielt Kleidung in den unterschiedlichsten Kulturen der Menschen eine Rolle. Auch wenn die Globalisierung die Moden egalisiert, ist doch gerade die farbenfrohe Fülle der Kleidungsstücke das Synonym für Vielfalt der Kulturen, Völker und der Folklore. Kleider machen Leute und nackt sind wir alle gleich.
Der Garten spielt mit dieser anziehenden Geschichte und zeigt dabei die Bedeutung der Pflanzen als Grundstoff der Bekleidung und ihrer Färbung.
44. Gaumenschmaus
Küchenkräuter und Gemüsepfanne
Wie schmeckt Heimat? Im Garten der Küchenkulturen können an verschiedenen Orten landestypische Speisen gekostet und deren Zutaten in dazugehörigen Pflanzbeeten mit den entsprechenden Kräutern und Pflanzen bewundert werden.
Gemeinsames Kochen, Grillen, Probieren und Philosophieren über die besten Küchen der Welt und ihre Zutaten in der Outdoorküche der igs 2013 – diese wird zu einem interkulturellen Ort des Dialogs und des guten Geschmacks.
45. Sit down!
Beteiligungsgarten
Kulturelle Vielfalt hat auch mit Gebräuchen und Gewohnheiten zu tun, mit Dingen die typisch sind und sich damit von anderen Kulturen unterscheiden. Die Art des Sitzens ist beispielsweise eine kulturelle Besonderheit.Wir reichen einander den Stuhl, den Hocker oder das Sitzkissen als Zeichen der Gastfreundschaft. Ein Garten der Sitzkultur.In dem Garten Sit down! begrüßen die multikulturellen Einwohner Wilhelmsburgs die überwiegend deutschen Besucher der Gartenschau als Gäste auf ihrer Insel. Sie laden sie ein, auf verschiedene Art und Weise zu sitzen.
47. Ohne Worte
Garten der Symbolik
Symbole sind der Versuch, eine Empfindung bildhaft darzustellen. Sie sind authentische Zeichen, die Menschen seit jeher verwenden, um ohne Worte auf etwas aufmerksam zu machen.
Von der Höhlenmalerei in der Steinzeit angefangen reicht die Zeichenwelt über die Zahlen- und Natursymbolik der Kelten bis hin zur Zen-Kunst im asiatischen Raum. Manche dieser uralten Gestaltungsgrundlagen sind jedoch aktueller denn je. Neue Zeichen und Symbole, Icons der web-Kultur, verbinden die Kulturen der Welt in ihrer Kommunikation.
Die gleichen Symbole haben in unterschiedlichen Kulturen teilweise andere Bedeutungen. Ähnlich der Musik sagen Symbole mehr als Worte und sind oftmals Zeichen der Kommunikation und Zusammengehörigkeit. Manchmal emigrieren Zeichen von einer in eine andere Kultur, die diese dann als ihre ureigene Symbolik verinnerlicht.
In diesem Garten wird insbesondere die unterschiedliche Symbolik der Pflanzen in den Kulturen erlebt, gleichzeitig ist die Intention, diesen Garten als ein Symbol sehen zu können.
48. Hütten und Paläste
Baukulturen
Man nehme alle Baustile der Welt und füge daraus ein Spielhaus zusammen. Vieleckig, kunterbunt. Ein echter Tausendwasser. Die multiarchitektonische Spiellaube der Welt. Das Haus als Symbol des Schutzes und der Geborgenheit.
Die Pflanze als nachwachsender Baustoff, vom Blätterdach über Miscanthus-Beton bis hin zur Statik aus Bambus.
Aber auch die Bauprinzipien der Pflanzenwelt (Bionik) wie die Stabilität des Ackerschachtelhalms, der Lotuseffekt oder das statische Konstruktionsvorbild des Tannenzapfens sind Bestandteile dieses Hauses der Kulturen.
Geländedokumentation 2008
Wollen Sie wissen, wie das Gelände ursprünglich ausgesehen hat? Dann schauen Sie sich untenstehenden Clip von 2008 an.
Ansprechpartner
Marcel-Rembert Seelig
Projektkoordination Freiraumplanung
Tel.: 040 / 226 31 98 – 734
Ansichten in Google Earth öffnen
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