
Welt der Kulturen am Kuckucksteich
An einem Ort, wo Kleingärtner mit türkischen Kulturvereinen und anderen kulturellen Gruppen aufeinandertreffen, wo Menschen oft nicht gegensätzlicher sein könnten, entsteht ein Park, der ein tolerantes Neben- und Miteinander ermöglicht.
Auf der Flussinsel Hamburg-Wilhelmsburg leben Menschen aus über hundert Nationen. Manchmal ist es nur ein Einzelner, so etwa im Jahre 2007 ein Este, ein Kongolese und ein Luxemburger. Zwischen Süder- und Norderelbe gärtnern türkische Kleingärtner neben deutschen Laubenpiepern, feiert die afrikanische Gemeinde Gottesdienst in einem alten Fabrikgebäude, während nebenan die Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg ihre Arbeitnehmer schult. An der Kehre Vogelhüttendeich pflücken deutsche Familien Brombeeren für Marmelade, portugiesische Familien wiederum Brennnesseln für Salat, und beide laden sich gegenseitig zur Kostprobe ein. Wer die Stadt der Zukunft kennenlernen will, ihr tägliches Ringen um Ausgleich und sozialen Frieden, der kommt nach Wilhelmsburg und besucht die Welt der Kulturen: Sie thematisiert die Vielfalt und Gegensätzlichkeit multikultureller Gesellschaften – und würdigt sie als Stärke, Reichtum und unermüdliche Kraft zur Innovation.
Es gibt gestaltete Räume, die den unterschiedlichsten Bedürfnissen der Menschen aller Nationalitäten und Kulturen entgegenkommen. Sie fordern sie auf, den Park zu nutzen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Es gibt Nischen, die einerseits Intimität zulassen und andererseits Distanz. Diese Nischen wechseln sich ab mit öffentlichen Räumen für Begegnung, Spiel und Austausch. Am Kuckucksteich, zwischen einem Café an der Bahn und dem Aussichtsturm an Kükenbrack und Mahlbusen, entsteht das kommunikative Zentrum der igs 2013 und weit über diesen Zeitraum hinaus.
weiter geht die Reise
39. Intermezzo
Sprache
Das Telefon war das erste elektrische Gerät, um zwischen verschiedenen Orten miteinander kommunizieren zu können. Für die Wilhelmsburger Kulturen ist es ein wichtiges Mittel, um mit den Verwandten in ihren Heimatländern in Kontakt zu bleiben.
Im Garten "Intermezzo" werden typische Landestelefonzellen aus den Ländern der Einwohner, in Pflanzenteppiche eingebettet, aufgestellt und miteinander verbunden. Besucher stellen "fremden Gesprächspartnern" Fragen und kommunizieren miteinander. Sie sehen dabei nicht, mit wem sie telefonieren.
40. Vers um Vers
Literature
Die Literatur als höchste Ausdrucksform der geschriebenen Sprache ist zu jeder Zeit höchstes Gut der Kulturen gewesen. Literatur ist im weitesten Sinn ein mündliches, etwa durch Versformen und Rhythmus, oder schriftlich festgehaltenes sprachliches Zeugnis.Die Pflanze, als Baum, Blume oder Blüte, kommt in der Literatur aller Kulturen vor. In diesem Garten können auf einer Reise durch die Weltliteratur die Besucher die Pflanzen als „Hauptdarsteller“ erleben. Sie können ihre Meisterwerke lesen und hören und fremde Kulturen literarisch schätzen lernen.
41. Garten Klangvoll
Music
Dieser Gartenraum bietet dem Besucher eine klangvolle Reise durch das weltweite Motiv der Pflanze in Liedern, Opern und instrumentalen Stücken. Zugleich werden aus Pflanzen produzierte Musikinstrumente präsentiert und erlebbar. Es können Violinen und Xylophone aus Holz bis hin zu Flaschenkürbisrasseln zu sehen und zu hören sein. Die Welt der Musik, ein rhythmischer Gartenraum als Ort von Klängen aus 80 Ländern der Welt.
Der Garten zeigt die Vielschichtigkeit und den Facettenreichtum unterschiedlicher Musikkulturen. Diese haben ausdrucksstarke Identitäten und hören sich je nach Herkunft hart, schnell und langsam, flüssig oder unterbrochen, temperamentvoll oder tragend an. Im Garten der Musik können sich Besucher auf Liegen ausruhen und während dessen kleinen Musikgeschichten dieser Welt lauschen. Klangfarben und Tonfolgen tragen den Hörer in andere Welten und rufen je nach melodisch-harmonischen oder gar groovigen Rhythmen unterschiedliche Stimmungen hervor.
42. Home
Beteiligungsgarten
Der Garten „Heimat“ ist ein einladender Ort, der sich mit den Bewohnern Wilhelmsburgs entwickelt hat. Heimat ist Mutter-boden und Vaterland. Erde und Pflanzen aus verschiedenen Ländern, Regionen und Klimazonen können im Heimat-Garten wieder gefunden werden. Das „Wurzeln schlagen“ wird hier als Begriff für heimisch werden verstanden.
Der Garten „Heimat“ sieht Pflanzen der Heimatländer vor, ge-pflanzt in typischen Behältern der jeweiligen Länder (z.B. Olivenölkanister). Die Pflanzen, die Erde und die Gefäße können von Menschen, die in Wilhelmsburg eine neue Heimat gefunden haben, aus ihren Herkunftsländern mit gebracht und während der Gartenschau als Zeugnis der Vielfalt der Kulturen gezeigt werden.
43. En vogue
Très chic – Spiegel der Eitelkeiten
In diesem Garten werden Bekleidung, Mode und Trends thematisiert. Ein Garten der Lebensfreude, Farbenfülle und Variation. Ist Kleidung eine Visitenkarte, die die kulturellen Eigenarten widerspiegelt?
Kleidung und Mode haben viele Facetten: von der Gesellschaft vorgegeben, durch Tradi-tionen geprägt, an klimatische Verhältnisse angepasst oder einfach nur Geschmackssache.
Seit 75.000 Jahren spielt Kleidung in den unterschiedlichsten Kulturen der Menschen eine Rolle. Auch wenn die Globalisierung die Moden egalisiert, ist doch gerade die farbenfrohe Fülle der Kleidungsstücke das Synonym für Vielfalt der Kulturen, Völker und der Folklore. Kleider machen Leute und nackt sind wir alle gleich.
Der Garten spielt mit dieser anziehenden Geschichte und zeigt dabei die Bedeutung der Pflanzen als Grundstoff der Bekleidung und ihrer Färbung.
44. Gaumenschmaus
Culinary herbs and vegetable dishes
Wie schmeckt Heimat? Im Garten der Küchen-kulturen können an verschiedenen Orten landes-typische Speisen gekostet und deren Zutaten in dazugehörigen Pflanzbeeten mit den entsprechenden Kräutern und Pflanzen bewundert werden.
Gemeinsames Kochen, Grillen, Probieren und Philosophieren über die besten Küchen der Welt und ihre Zutaten in der Outdoorküche der igs 2013 - die Küche ein interkultureller Ort des Dialogs und des guten Geschmacks.
45. Take a Seat!
Beteiligungsgarten
Kulturelle Vielfalt hat auch mit Gebräuchen und Gewohnheiten zu tun, Dinge die typisch sind und sich damit von anderen Kulturen unterscheiden. Die Art des Sitzens ist beispielsweise eine kulturelle Besonderheit.Wir reichen einander den Stuhl, den Hocker oder das Sitzkissen als Zeichen der Gastfreundschaft. Ein Garten der Sitzkultur.In dem Garten Sit Down! begrüßen die multikulturellen Einwohner Wilhelmsburgs die überwiegend deutschen Besucher der Gartenschau als Gäste auf ihrer Insel. Sie laden sie ein, auf verschiedene Art und Weise zu sitzen.
47. Ohne Worte
Garten der Symbolik
Symbole sind der Versuch, eine Empfindung bildhaft darzustellen. Sie sind authentische Zeichen, die Menschen seit jeher verwenden, um ohne Worte auf etwas aufmerksam zu machen.
Von der Höhlenmalerei in der Steinzeit angefangen reicht die Zeichenwelt über die Zahlen- und Natursymbolik der Kelten bis hin zur Zen-Kunst im asiatischen Raum. Manche dieser uralten Gestaltungsgrundlagen sind jedoch aktueller denn je. Neue Zeichen und Symbole, Icons der web-Kultur verbinden die Kulturen der Welt in ihrer Kommunikation.
Die gleichen Symbole haben in unterschiedlichen Kulturen teilweise andere Bedeutungen. Ähnlich der Musik sagen Symbole mehr als Worte und sind oftmals Zeichen der Kommunikation und Zusammengehörigkeit. Manchmal emigrieren Zeichen von einer in eine andere Kultur, die diese dann als ihre ureigene Symbolik verinnerlicht.
In diesem Garten werden insbesondere die unterschiedliche Symbolik der Pflanzen in den Kulturen erlebt, gleichzeitig ist die Intention diesen Garten als ein Symbol sehen zu können.
48. Hütten und Paläste
Man nehme alle Baustile der Welt und füge daraus ein Spielhaus zusammen. Vieleckig, kunterbunt. Ein echter Tausendwasser. Die multiarchitektonische Spiellaube der Welt. Das Haus als Symbol des Schutzes und der Geborgenheit.
Die Pflanze als nachwachsender Baustoff, vom Blätterdach über Miscanthus-Beton bis hin zur Statik aus Bambus.
Aber auch die Bauprinzipien der Pflanzenwelt (Bionik) wie die Stabilität des Ackerschachtelhalms, der Lotuseffekt oder das statische Konstruktionsvorbild des Tannenzapfens sind Bestandteil dieses Hauses der Kulturen.
Geländedokumentation 2008
Wollen Sie wissen, wie das Gelände ursprünglich ausgesehen hat? Dann schauen Sie sich untenstehenden Clip von 2008 an. Seit Januar 2009 haben die vorbereitenden Bautätigkeiten im Gelände begonnen. Überzeugen Sie sich selbst mit einem
Geländerundgang oder verfolgen Sie die Entwicklungen mit den vielen Fotos auf unseren
Internetseiten.
Planungsunterlagen für Landschaftsarchitekturbüros zur Planung "In 80 Gärten um die Welt"
Die igs 2013 hat zahlreiche nationale und internationale Landschaftsarchitekturbüros zur Erarbeitung der Entwurfsplanung eingeladen.
Zum Download (Passwort geschützt)
Internationaler Studentenwettbewerb "in 80 Gärten um die Welt"
Gelände -Ansichten 2008/2009
Ansichten in Google Earth öffnen
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