Verkehrsinseln –Urbane Bühnen grüner Themen
Am 12. Mai 2010 weihte die internationale gartenschau hamburg auf der Elbinsel Veddel ihre erste von insgesamt dreizehn geplanten, grünen Verkehrsinseln ein. In Zusammenarbeit mit dem Hamburger Aktionskünstler Dierk Jensen und seinem Team gestaltet sie bis zur Ausstellungseröffnung im Frühjahr 2013 weitere zwölf Verkehrsinseln im Hamburger Raum.
Verkehrsinsel auf der Veddel zwischen S-Bahn-Station, BallinStadt und Müggenburger Zollhafen
Die Sponsoren:
Das Künstlerteam wurde bei den Erd-, Installations- und Pflanzarbeiten für die Gestaltung der ersten Verkehrsinsel unterstützt von
- K+E Kompost und Erden GmbH
(Erde für Erdhügel)
http://www.kompostunderden.de/
Die Sponsoren:
Das Künstlerteam wurde bei den Erd-, Installations- und Pflanzarbeiten für die Gestaltung der ersten Verkehrsinsel unterstützt von
- H. J. Burmeister GmbH (Lieferung Erdmaterial)
http://www.burmeister-baustoffe.de
Die Sponsoren:
Das Künstlerteam wurde bei den Erd-, Installations- und Pflanzarbeiten für die Gestaltung der ersten Verkehrsinsel unterstützt von
- Günther Meyer Garten- und Landschaftsbau, Erd- und Tiefbau GmbH
(Bau des Erdhügels)
http://guenther-meyer.info
Die Sponsoren:
Das Künstlerteam wurde bei den Erd-, Installations- und Pflanzarbeiten für die Gestaltung der ersten Verkehrsinsel unterstützt von
- EUROVIA Teerbau GmbH
(Lieferung und Ausgießen der Buchstaben)
http://www.eurovia.de/
Zum Hintergrund
Kein Zweifel: Verkehrsinseln liegen im Trend von Planern und Stadtentwicklern. Die Zahl dieser Inseln im fließenden Verkehr nimmt ständig zu, da neue verkehrsplanerische Konzepte in der Stadtentwicklung greifen: So entstehen zum Beispiel überall dort, wo Kreisverkehre alte Ampel-Kreuzungen ersetzen, neue Inseln. Aber auch an vielen anderen verkehrsreichen Knotenpunkten im städtischen Raum gibt es Verkehrsinseln, die auf unterschiedlichste Arten und Weisen gestaltet oder eben nicht gestaltet sind: gepflastert oder gar bebaut, mit unaufwändig zu pflegendem „Straßenbegleitgrün“, wie Rasen, Bodendeckern, Sträuchern und Bäumen oder zuweilen auch mit heimischen Blumen bepflanzt. Beinahe scheint es so, als ob die Planungsbüros immer zahlreicher Inseln kreieren, je mehr Verkehr über die Straßen rauscht.
Doch würden gar nicht so viele verkehrsfreie Inseln existieren, wenn nicht der (Flächen-)Bedarf an Fahrbahnen und Verkehrsinfrastruktur so ungebrochen hoch wäre. Die planerischen und baulichen Aktivitäten stehen allesamt unter der Maßgabe, den zunehmenden Verkehr möglichst störungsfrei fließen zu lassen. So wächst der Verkehrsraum analog zum Wachstum der Städte, deren kulturelle, soziale und ökonomische Potenziale eine ungebrochene (und nach einer Welle der Stadtflucht in den achtziger Jahren nun wieder verstärkte) Anziehungskraft ausübt. Schon bald werden erstmals in der Geschichte der Menschheit mehr Menschen in der Stadt als im ländlichen Raum leben.
Die Migration aus ländlichen Räumen in die Städte und Ballungsgebiete ist deshalb eines der großen Themen unserer Zeit. Die Wanderungsbewegung stellt die urbanen Räume vor große Herausforderungen: logistisch, infrastrukturell, städtebaulich, energetisch und auch gesellschaftlich. Auch in der Metropolregion Hamburg leben Menschen mit unterschiedlichen Mentalitäten, Herkünften und Erfahrungen zusammen. Jeder stellt seine eigenen Ansprüche an einen lebenswerten urbanen Raum. Die Städte wachsen und verdichten sich und sollen gleichwohl lebenswert bleiben, sollen neben Beton, Stein, Asphalt, Glas auch Licht, Luft und Grün bieten.
In diesem Kontext scheinen die Verkehrsinseln, neben allen technischen und funktionalen Aspekten, die gestalterische Absicht zu manifestieren, (grüne) Ruhepunkte in den Verkehrsfluss zu setzen. Verkehrs- und Stadtplaner versuchen offenbar, mit den Verkehrsinseln innerhalb der Stadt Mobilität und Ruhe, Asphaltierung und Grün miteinander zu versöhnen.
(Text: Dierk Jensen)
Die Idee
In der Wahrnehmung der Fußgänger und Autofahrer sind Verkehrsinseln häufig einfach nur mehr oder minder hässliche „Unorte“ – Leerstellen in einem von Regeln und Zeichen überreglementierten Raum.
Die zentrale Idee des Projekts ist es, diese „Unorte“ durch Installationen, Objekte, und Inszenierungen neu zu verorten. Das Künstlerteam will die Inseln zu Bühnen gestalten, auf denen durch künstlerische, landschafts- architektonische und gärtnerische Eingriffe das Bewusstsein für grüne, nachhaltige und ökosoziale Themen geschärft wird.
(Text: Dierk Jensen)





























