„Wir wollen die grüne Stadt für das 21. Jahrhundert schaffen“

Interview mit Anja Hajduk,
Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt
Sehr geehrte Frau Senatorin Hajduk:
Welche Bedeutung messen Sie der internationalen gartenschau hamburg für die Entwicklung der Elbinseln bei?
Ich wünsche mir ein fruchtbares Zusammenspiel mit der zeitgleich stattfindenden Internationalen Bauausstellung und damit verbunden eine hohe Dynamik für
das Viertel. Hier kommt in konzentrierter Form städtebauliche und landschaftsplanerische Kompetenz zusammen. Wir wollen die grüne Stadt für das 21. Jahrhundert schaffen, und die igs 2013 ist eine einmalige Chance für das Entstehen eines der modernsten Stadtviertel.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Fragen für die igs 2013?
Für mich zählt die integrierende Wirkung, die die igs 2013 erzielen kann, zu den wichtigen Elementen. Denn hierbei setzen wir von Anfang an auf eine kulturübergreifende Beteiligung aller Wilhelmsburger am Planungs- und Gestaltungsprozess. Wir wollen Antworten auf die Fragen finden, wie ein Park zum Spiel- und Bewegungspark der Nationen und Generationen geschaffen werden kann.
Was geschieht nach Beendigung der igs 2013?
Bereits bei der Planung des Parks setzte die igs 2013 auf Nachhaltigkeit: Ein Teil der Gärten wird so angelegt, dass sie auch nach Beendigung der igs 2013 mit vertretbarem Aufwand bestehen bleiben können. Es wird nur behutsam in den gewachsenen Naturraum des Geländes eingegriffen. Hinzu kommt: Alle neu geschaffenen Hallen werden den Wilhelmsburgern nach Beendigung der internationalen gartenschau hamburg 2013 zur Verfügung stehen.
„Eine Herzensangelegenheit“
Sehr geehrte Frau Senatorin Hajduk:
Warum muss das alte Schwimmbad an der Wilhelmsburger Dratelnstraße weichen?
Das vorhandene Schwimmbad aus den 70er Jahren vergeudet viel zu viel Energie. Daher standen wir vor der Alternative: aufwendig und teuer energetisch sanieren oder neu bauen. Zugleich soll ja der Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in der direkten Nachbarschaft entstehen. Bei der genaueren Planung hat sich gezeigt, dass die Situation sehr beengt wäre. Insbesondere die Außenflächen des vorhandenen Schwimmbads wären beeinträchtigt worden. Die BSU soll aber nicht zu Lasten der Wilhelmsburger Schwimmbadbesucher in den Stadtteil ziehen! Nicht zuletzt wäre der Altbau in der ansonsten schönen Neuen Mitte Wilhelmsburg wahrlich kein Schmuckstück gewesen.
Welche Vorteile wird das neue Bad gegenüber dem alten bieten?
Das Hallenbad wird im nördlichen Teil des Gartenschaugeländes nach neuesten energetischen und wasserwirtschaftlichen Erkenntnissen gebaut. Zudem wird es Teil des „Energieverbunds Neue Mitte Wilhelmsburg“. Ein neuartiger technischer Ansatz der IBA Hamburg, der die Energieeffizienz jedes angeschlossenen Einzelprojekts – wie z. B. auch des BSU-Neubaus – noch einmal steigert.
Warum ist die Entscheidung für den Neubau aus stadtentwicklungspolitischer Sicht so wichtig?
Wir möchten im Herzen der Elbinsel ein neues Zentrum bauen, mit dem zahlreiche Verbesserungen und neue Angebote für Wilhelmsburg geschaffen werden. Mit dem aber Wilhelmsburg auch endlich eine Mitte bekommt, die als solche erlebt
wird, mit der die Wilhelmsburger sich und mit der andere Wilhelmsburg identifizieren können. Der „Sprung über die Elbe“ bekommt hier einen starken Trittstein: mit attraktiven Wohn- und Arbeitsstätten, einer sanierten S-Bahn-Station Wilhelmsburg und einem tollen Park, der den Bedürfnissen aller Kulturen und Generationen entspricht. Das Schwimmbad ist dabei ein wichtiger Baustein – und nicht zuletzt eine Herzensangelegenheit der Wilhelmsburger, der ich mich
verpflichtet fühle.
Dieses Interview wurde im Herbst 2009 mit Frau Hajduk geführt.



