

Der Strohhut und die grüne Latzhose sind sein Markenzeichen: John Langley, der aus Funk und Fernsehen bekannte Grüne Daumen der internationalen gartenschau hamburg (igs 2013), wirbt seit 2008 für die Anliegen der Gartenschau. Mit Witz, Charme und Kompetenz verrät der waschechte Hamburger mit dem englischen Namen Pflanzenliebhabern die Geheimnisse der Natur, Tipps und Tricks in der Pflege von Garten-, Balkon- und Zimmerpflanzen und ist unermüdlich in und um Hamburg herum für mehr Naturverständnis unterwegs.
John Langley wurde 1949 in Hamburg-Barmbek geboren. Bereits als 11-jähriger Schüler erkundete er mit seiner prominenten Biologielehrerin Loki Schmidt die Schönheiten der Natur. Nach der Schule ließ er sich zum Gärtner und zusätzlich zum Floristen ausbilden, wurde nach der Meisterprüfung Berufsschullehrer für Agrarwirtschaft.
Vor über dreißig Jahren entdeckte ihn der NDR: Charmant und schlagfertig trat er 1977 als Weihnachtsbaumexperte in der Aktuellen Schaubude auf – und wurde vom Fleck weg als Fernsehgärtner engagiert. Seither stellt er seinen Zuschauern unter anderem besonders schöne Landstriche Norddeutschlands vor.
John Langley steht für gelebtes grünes Engagement: Sein Herz schlägt für die Naturerziehung von Kindern und Jugendlichen, seine Lehrtätigkeit an der Fachschule Gestaltung ist eher Berufung als Beruf. Auch die Ideale der Gartenschau – bis 2013 einen Sport-, Freizeit- und Erlebnispark für die Bevölkerung in Hamburg-Wilhelmsburg zu gestalten – vertritt er mit Herz, Hand und Verstand: als Moderator von igs 2013-Sommerfesten und -Veranstaltungen, als versierter Gästeführer über das Gartenschaugelände und als Talkshow- und Podiumsgast.
Die Kolumne von Fernsehgärtner John Langley
Fitness für Mensch und Garten
Pflanzen gießen, Rasen pflegen, Gemüsebeete aufräumen, Laub harken, Erde umgraben, Zwiebeln setzen – Gartenarbeit ist einfach die perfekte aktive Freizeitbeschäftigung (inklusive Sauerstoff-Kick) und dient Fitness von Mensch und Garten. Viele genießen es, sich an der frischen Luft kreativ austoben zu können und ganz nebenbei Körper, Seele und Geist zu stärken. Gärtnern inmitten von Stauden, Rasen und Apfelbaum kräftigt unter anderem das Herz-Kreislauf-System, die Muskulatur und fördert die Geschicklichkeit. So bleiben Mensch und Fauna fit für den Winter.
Wer hätte gedacht, dass eine 60 Kilogramm „schwere“ Frau bereits in einer Stunde gut 360 Kalorien beim Rasenmähen verbraucht, beim Laubfegen um die 300 und beim Umgraben 420. Wenn das nicht zur weiteren Gartenarbeit motiviert!
Und für gezielte Bewegung gibt es jetzt genug zu tun. Frühlingszwiebel setzen, Regentonnen leeren, junge Pflanzen mit Reetmatten vor Sonne schützen, Kübel oder Balkonkästen frostfrei überwintern lassen, empfindlichen Obstbäumen am Stamm einen weißen Anstrich verpassen, damit die Rinde nicht aufgrund von Temperaturschwankungen aufplatzt.
Allein 20 Minuten im Garten intensiv „werkeln“ ist Balsam für die Seele, steigert die Konzentrationsfähigkeit und macht gesprächig. Hier und da ein Plausch, sich dabei auf dem langstieligen Gartengerät entspannend bstützen, das hat wirklich Stil und zeigt, wie fit der Garten macht.
Zurück zu den Wurzeln im interkulturellen Garten
Weite Welt ganz nah: Zypressen, Oliven, Oleander, der würzige Duft des Südens, mediterranes Flair auf der eigenen Terrasse oder Gemüse aus aller Welt im eigenen Garten. Das ist alles möglich. Das Gärtnern ist eine Kulturtechnik, die seit Jahrtausenden in fast allen Zivilisationen der Erde gepflegt wird.
Miteinander zu gärtnern, das gehört im interkulturellen Garten dazu. Der Garten lebt durch die Vielfalt der unterschiedlichsten Gewächse. Egal, ob sich die Kartoffel aus den Anden ihren Weg in den Garten erobert hat, Gurken vermutlich erstmals in Indien reif geworden sind und die Herkunft des Kohlrabis gänzlich ungeklärt ist: Ein interkultureller Garten lebt von der Vielfalt, vom offenen Umgang miteinander. Es stellt sich nicht vorrangig die Frage nach dem Woher. Gärtnern ist durch Off enheit geprägt – ohne Begrenzungen, Zäune oder Hecken. Offen sein für den Dialog – mal nicht über den Gartenzaun, sondern übers Beet hinweg, inmitten von Gemüse, Obst und Blumen aus aller Welt.
Dabei werden Pflanzen untereinander getauscht, verschenkt oder wecken einfach nur Erinnerungen. Wen wundert es da, wenn interkulturelle Gärten besonders trendig sind. Der Grüne Daumen kennt auch hier keine Grenzen.
Gestalten mit heimischen Wildstauden
„Es wird durchgeblüht“, so lautete eine der vielen grünen Botschaften von Karl Foerster, einem bedeutenden Staudenzüchter und Gartenphilosophen. Sie hat bis heute Gültigkeit. Mit Gräsern, Gehölzen, Blumenzwiebeln und Wildstauden lässt sich der Garten beinahe zu einem ganzjährigen Naturerlebnis gestalten. Besonders für Naturgärten oder naturnahe Gärten werden bevorzugt heimische Wildstauden gepflanzt, um so artenreiche und lebendige Gärten zu gestalten.
Wer eine naturnahe Pflanzung mit Wildstauden anlegt, sollte
typische Pflanzen für den jeweiligen Standort auswählen. Damit Wildstauden schnell und problemlos einwachsen, entfernt man lediglich in den ersten Monaten das unerwünschte Unkraut. Mit der Zeit wird diese oft mühsame Arbeit überflüssig, da Stauden sich schnell gegenüber „wilden Kräutern“ durchsetzen.
Im Herbst sollten die verdorrten Pflanzenteile nicht abgeschnitten werden. Das „herbstliche Grün“ verrottet und versorgt auf diese Weise die Wildstaude ausreichend mit Nährstoffen. Bei sommerlichen Temperaturen braucht auch nicht ständig gegossen zu werden, da die Bodenfeuchtigkeit für diese Stauden völlig ausreicht. Ein ganz natürlicher Vegetationsverlauf sorgt dafür, dass einzelne Arten sich immer wieder neu aussäen.
Wasser hilft Natur
Es eine gärtnerische Herausforderung, seine Pflanzen gut über den Winter zu bringen. Jede Pflanze hat naturgemäß eigene Ansprüche an das Wässern. Sumpfpflanzen wollen gern im Wasser stehen, Kakteen können von Natur aus besonders gut mit Wasserknappheit umgehen. In der Winterruhe benötigen diese „Überlebenskünstler“ keine oder kaum Feuchtigkeit.
Wer sein Grün mit einem kalkfreien Sprühnebel regelmäßig versorgt, tut der Pflanzenwelt Gutes. Zu viel Wasser schadet immer, zu wenig selten. Für die meiste Fensterbank-Botanik, die jetzt eine winterliche Ruhezeit benötigt, gilt folgende Regel: Je kühler der Standort, desto heller muss er sein und desto weniger muss gegossen werden. Wer im Winter genauso viel gießt wie im Sommer, darf sich nicht wundern, wenn die Wurzeln dann nicht mehr atmen können. Um die Lebensqualität der Zimmerpfl anzen zu erhalten, sollte stehendes Wasser im Untersetzer oder Übertopf umgehend ausgeleert werden, sonst geht das ganze Dschungelgrün schnell baden.
Aus der Region – für die Region
Die „Grüne Hansestadt am Wasser“ und zweitgrößte Stadt Deutschlands ist eingerahmt von einzigartigen, unverwechselbaren Kulturlandschaften. Ob Frühling,
Sommer, Herbst oder Winter: Der Gärtner- und landwirtschaftliche Saisonkalender mit schönen Abbildungen von Blumen, Obst und Gemüse, lässt fast keine Wünsche offen.
Kurze Vermarktungszeiten und Transportwege aus der Metropolregion Hamburg stärken nicht nur unsere regionalen Wirtschaftskreisläufe, sondern tragen beim Erwerb eines jeweiligen Produktes auch unmittelbar zum Klimaschutz bei. Die igs 2013 gmbh hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die aktive Initiative von Verbänden, Vereinen und thematisch eingebundenen Institutionen aus der Metropole mitzugestalten, um ein engagiertes „Kulturlandschaften-Hamburg- Netzwerk“ den Besuchern auf der internationalen gartenschau 2013 vorzustellen.
GRÜN, NICHT GRAU
Lebendige grüne Fassaden schmücken mittlerweile zahlreiche Gebäude, viele Metropolen werden zum „Gewächshaus“: Allee- und Parkbäume, Straßenbegleitgrün, schwebende Gärten, Spontanbewuchs oder senkrechte, flächendeckende Wildnis an den Fassaden. Ohne Natur pur will der Mensch nicht leben, grüne Oasen in einer Stadt werden von vielen Menschen als Gartenersatz angesehen. Verständlich, dass zunehmend Architekten, Gartengestalter und Planer Begrünungskonzepte ausarbeiten, um mit Pflanzen die Lebensqualität zu erhöhen. Im Einklang mit individuell gestalteten und gelungenen Grünräumen ergibt die Bauarchitektur ein harmonisches Gesamtbild. Wer sich aufmerksam durch die Stadt bewegt, entdeckt, dass Architektur ohne Grün wirkt wie ein Film ohne Musik:
trist, grau, ohne Seele. Das Grün in der Stadt dagegen ist Musik: Sie ist Schwung, Leben und Dramaturgie.
Das grüne Leben miterleben
Kaum zu glauben: Mehr als 14 Millionen qm Kleingartenflächen gibt es allein in Hamburg, circa 33.500 parzellierte Gärten werden in liebevoller Art und Weise von 45.000 Mitgliedern in grüne, fruchtende Oasen verwandelt.
Nicht nur Pflanzen wachsen und blühen auf – auch die Dialogbereitschaft zwischen den Generationen und Kulturen verwurzelt sich immer stärker. Das offene grüne „Wohnzimmer“ ermöglicht es, dass ein intensiver Kontakt zu den Gartenfreunden über den Zaun hinweg gepflegt wird. Der Namensgeber und Arzt Daniel Gottlob Moritz Schreber würde sich freuen, wenn er wüsste, dass die Schrebergartenbewegung inzwischen auf mehr als vier Millionen Mitglieder in Deutschland angewachsen ist.
Für den modernen „Laubenpieper“ steht die Naherholung ganz vorn: der Garten als Refugium, mal als grüne und mal als bunte Oase, die weitaus mehr ist als nur ein Ort aus Blumen und Gemüse. Die Kleingartenkolonie bildet viel mehr eine wert verbundene, offene Gemeinschaft, die eine nicht zu unterschätzende gemeinnützige Funktion innehat, nämlich: Natur, Kultur und Umwelt erlebbar für alle zu machen!
Kontakt John Langley

Tel.: 040 / 226 31 98 803
Mobil: 0157 / 733 88 072
john.langley@igs-hamburg.de
Führungen mit John Langley

Auch 2012 bietet John Langley Führungen über das igs-Gelände an:
29. März, 17.00 - 18.30 Uhr
26. April: 18:00 - 19:30 Uhr
10. Mai: 18.00 – 19.30 Uhr
Preis: 4,00 Euro
Treffpunkt: igs-Zentrum, Am Inselpark 1, 21109 Hamburg
Anmeldung unter fuehrungen@igs-hamburg.de oder unter Tel. 040-226 31 98 202. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.
Der Gartenkalender 2012

Seit Juli 2011 ist der Kalender mit Tipps von John Langley erhältlich.
"Gartenzeit" der Gartenkalender mit John Langley













