Gartenschau

Kampfmittelräumdienst der Feuerwehr Hamburg

Die Luftangriffe der Aliierten während des 2. Weltkriegs haben Unmengen von von Bomben und Granaten aller Art über Deutschland "regnen" lassen. Viele dieser Kampfmittel sind jedoch beim Aufschlag nicht detoniert. Sie liegen nach wie vor als gefährliches Erbe dieser Zeit im Verborgenen. Z.T. im Erdreich aber auch im Schlick der Elbe oder sonstiger Gewässer. Der Kampfmittelräumdienst ist schon seit Jahrzehnten dabei, diese Blindgänger ausfindig zu machen, zu entschärfen und schließlich zu entsorgen.
(Quelle: GEVK)

Ursache für den häufigeren Bombenalarm in letzter Zeit sind die Bautätigkeiten der igs 2013, der Internationalen Bauaustellung Hamburg und des Bezirks Hamburg-Mitte auf dem Gartenschaugelände und in Wilhelmsburg Mitte. Der Alarm am 21. Januar 2010 wurde durch Grabungen am Assmannkanal ausgelöst, der zur schiffbaren Barkassenverbindung „Von Rathaus zu Rathaus“ ausgebaut wird.

Sobald auf Verdachtsflächen tiefer als 70 Zentimeter gegraben wird, muss der Kampfmittelräumdienst das Areal auf Granaten und Bomben untersuchen. Obgleich der II. Weltkrieg mittlerweile 75 Jahre her ist, liegen immer noch unentdeckte Sprengstoffe in der Erde oder den Gewässern, die durch Grabungen gezündet werden können. Bis die Bombe entschärft ist, sperren Feuerwehr und Polizei das Gebiet weiträumig ab und evakuieren die Anwohner – am Donnerstagabend brachten sie sie in der Berufsschule an der Dratelnstraße unter. „Dort habe ich vier Stunden in der kalten Eingangshalle gewartet!“ berichtet Urs Leander Tellkampf. Zwischendurch, so schmunzelt der 40-Jährige, der seit 20 Jahren in Wilhelmsburg lebt, habe er schon überlegt, ob er sich an der Gebäuderückseite des Lidl-Supermarktes entlangschleiche und durch die Büsche schlage, um heimlich sein Haus zu betreten. Um 22:22 Uhr gab die Polizei glücklicherweise Entwarnung: Die Bombe konnte erfolgreich entschärft werden.

Es wird möglicherweise nicht die letzte gewesen sein: 2010 lässt die Gartenschau alle Baugrundstücke auf dem Parkgelände auf Kampfmittel untersuchen. Die igs 2013 bittet daher alle Parkanwohner um ihr Verständnis für eventuelle Unannehmlichkeiten – und hofft, sie im Jahr 2013 durch eine attraktive Gartenschau und Parkanlage entschädigen zu können.

Kampfmittelsondierung im Westbereich 2009

Die Kampfmittelsondierung fand auf den Flächen im Park an der Mengestraße und im angrenzenden Park der Vereinten Nationen statt, um den Weg für die Landschaftsbaumaßnahmen der igs 2013 frei zu machen. Denn auf diesen Flächen wurden in 2009 Hochbeete angelegt, breitere, beleuchtete Wege gebaut und Versorgungsleitungen gelegt. Um sicherzustellen, dass der Boden frei von Kampfmitteln war, haben die Kampfmittelsondierer mit einem Metalldetektor die Flächen sondiert.

Der Boden wird dort untersucht, wo wegen der anstehenden Arbeiten tiefer als 70 Zentimeter gegraben wird. Dafür muss der Oberboden in diesen Bereichen abgeschoben werden, damit die Detektoren nicht bei jedem Kronkorken anschlagen. Wenn dann die Geräte trotzdem ein Signal von sich geben, muss vorsichtig gegraben werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen.