
Wasserwelten
Ein ausgetrocknetes Flussbett, die Erde zerrissen, was bleibt, sind Erdschollen. Die Passage Wasserwelten ist wie eine Reise entlang dieses Flussbettes auf den Spuren des Wassers.
Die Erdoberfläche ist zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Wasser ist lebensnotwendig für Pflanzen, Menschen und Tiere. Wasser fehlt uns und Wasser bedroht uns. Je nachdem, wo man sich auf dem Globus befindet, gibt es davon zu wenig, genug oder zu viel. Da muss sich die Natur anpassen: mit Pflanzen, die Wasser in ihren Blättern speichern oder Luftwurzeln bilden, damit sie nicht ständig nasse Füße kriegen.
Wasserwelten macht die unterschiedlichsten Vegetationszonen der Erde erlebbar – vom Wassermangel im Süden der Welt bis hin zum Überfluss im Norden. So entstehen in dieser Passage zum Beispiel Steppe, Prärie, Graslandschaften, ein sommergrüner Mischwald und eine Sumpflandschaft. Die Welt des Wassers entlang der Rathauswettern führt durch Dürre und Überfluss, durch Steppe, Prärie und Urwald und verdeutlicht, wie unverzichtbar das kostbare Elixier für unser Leben ist – und wie man es intelligent nutzen und sparen kann.
Diese Gärten wachsen auf den Erdschollen, mal höher, mal tiefer gelegen, getrennt durch Gräser, Wege und Wasser, das um sie herum fließt. Auf Wiesen ist Platz für Begegnung, Erholung und Bewegung. Und ein Wasserspielplatz macht das Element für Kinder erlebbar, weit über die igs 2013 hinaus.
weiter geht die Reise
16. Geysir
Faszination Erde
Die Quelle des Lebens ist das Wasser. Dabei tritt das Wasser auf unterschiedlichste Art aus der Erde: Von der kleinen, leise sprudelnden Quelle mit frischem klaren Quellwasser bis zum gewaltigen Ausbruch eines Geysirs. Herausgeschleudert wird eine Mischung aus kochend heißem Wasserdampf, kühlerem beziehungsweise kondensiertem Wasser und gelösten Mineralien sowie Gesteinspartikeln.
Besonders faszinierend an diesem Naturschauspiel ist die sich entfesselnde Gewalt, mit der die Fontäne in den Himmel schießt.
17. Dunst und Nebel
Regenwald und Nebelwald
„Dunst und Nebel verzaubern und lassen den Wald mystisch erscheinen. Dichter Nebel nimmt uns die Sicht. Der Raum wird kleiner und wir können nur noch schemenhaft unsere Umgebung erkennen. Fast scheint es, als ob Elfen in der Luft tanzen und auf Moosen und Flechten uns unbekannte Wesen hocken und uns beobachten.“
Der Regenwald ist ein weitgehend naturbelassenes Ökosystem, das auf Grund seiner hohen Niederschläge ein besonders feuchtes Klima aufzeigt. Unterschieden wird zwischen Regenwäldern in den Tropen und den Regenwäldern der gemäßigten Breitengrade. Immergrüne tropische Regenwälder sind auf allen Kontinenten auf beiden Seiten des Äquators zu finden.
Eine besondere Form des Regenwaldes, als eines der gefährdetsten Landökosysteme der Erde, ist der Nebelwald in höheren Gebirgslagen. Wie der Name sagt, ist die Region fast immer von Wolken und Nebel eingehüllt. Das Wasser ist überall: im Boden, an Blättern und Stämmen und eben auch in der Luft. Der Überfluss an Wasser produziert totale Üppigkeit an Fauna und Flora, so dass der Nebelwald oft Urwaldcharakter mit einer hohen Artenvielfalt hat. Epiphyten, Moose, Orchideen und Bromelien machen das Unterholz undurchdringbar.
18. Windflüchter
Spielplatz
Wo macht Spielen am meisten Spaß? Am Wasser! Herrlich, was man aus nassem Sand alles bauen kann und besser noch, wenn man Wasser fließen und stauen kann. Außerdem liefert das Wasser weiteres Spielmaterial: Strandgut sammeln und aus Holz, Muscheln, Federn, Steinen, Resten von Fischernetzen und alten Tauen tolle Strandskulpturen bauen.
Die Fundstücke erzählen Geschichten von langen Reisen und fremden Ländern und schon bald spinnen auch wir Seemannsgarn: Auf dem Floß fühlen wir uns wir Robinson Crusoe und im Schilf am Ufer können wir uns gleich verstecken. Hoffentlich verirren wir uns nicht!
19. Vom Canyon zum Flussdelta

- Photo: Claudia Mohr
Wasser gestaltet Landschaft
Ein Canyon ist ein durch den Einfluss von Wasser entstandenes Landschaftsbild. Dabei hat sich das Wasser tief in die Gesteinsschicht eingegraben und die horizontal lagernden Gesteinsschichten freigelegt.
Typisch für den langen Erosionsprozess sind die oftmals bizarren Formen der Schluchtwände und das Farbspiel der Gesteinsschichten: Liegen härtere und weichere Gesteinsschichten im Wechsel übereinander, werden sie unterschiedlich stark ausgewaschen und geschliffen. Kaum zu glauben, aber in den oftmals tiefen Schluchten sind schon häufig Menschen ertrunken, wenn sie bei starken Regenfällen von heran rauschenden Wassermassen überrascht werden.
20. Am Tümpel
Vegetationsgesellschaft Sumpf
„Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher?“ Kaum einer von uns, der nicht schon als Kind dieses Buch in den Händen hatte! Denken wir daran, werden Kindheitserinnerungen in uns wach, wie wir als kleine Entdecker durch die Natur gestromert sind. Der Sumpf rief nach Gummistiefeln und Kescher, um erkundet zu werden.
Wenn es stark geregnet hat und das Wasser nicht gleich verdunstet ist, haben sich schnell Wasserlebewesen angesiedelt. Einer dieser beeindruckenden Tümpelbewohner ist der Wasserläufer, der mühelos über das Wasser zu schweben scheint. Zur bunten Blütenpracht wie Kuckuckslichtnelke und Seerosen gesellen sich die jeweiligen Tiere, wie die schillernde Libelle, die über das Wasser schwirrt.
21. Binsenweisheiten
Wasserreinigung durch Gräser
Körbe, Schuhe, Taschen, Matten - früher wurden sogar Lampendochte aus Binsen hergestellt. Dabei können nach neuesten Forschungsergebnissen Binsen, Röhricht & Co noch viel mehr: Wasser reinigen. Eine Binsenweisheit – oder eher doch nicht?
Der Sumpf und seine Pflanzenbestände wie Flechtbinse, Schilf und Röhricht eignen sich hervorragend, um Abwasser zu klären. Aber wie viele Quadratmeter werden gebraucht, um Abwasser zu klären? Und wie funktioniert das eigentlich? Welche Schadstoffe können aus dem fließenden Wasser herausgefiltert und abgebaut werden? Die Erkenntnis daraus ist, dass unscheinbare Pflanzenbestände ohne Chemie und komplizierte Anlagen eine große Wirkung erzielen können.
22. Wasserkunst
Wasserinstallation und Wasserspiel
Schaut man im Lexikon nach, findet man unter dem Begriff „Wasserkunst“ die Erklärung für ein technisches Bauwerk, das der Wasserversorgung von Städten oder der Bewässerung landwirtschaftlich genutzter Flächen diente.
Die Einheit aus Pumpwerk und Wasserbehälter bestand früher aus Holz, später aus Stein. Im Zeitalter der Renaissance und des Barocks machte man sich dieses Wissen zunutze, indem man daraus in den prächtigen Schlossgärten künstlerisch ausgestaltete Wasserbecken mit Springbrunnen, Wasserfontänen und Wasser-kaskaden baute.
Wasserspeienden Elementen wie Tiere, Putten oder auch phantasievollen Fabelwesen fiel dann das Wasser vom Maul ins Wasserbecken. Bis heute sind die Installationen von Wasserspielen beliebt, egal ob als sprudelndes Element in einer Fußgängerzone oder als kleiner Zimmerbrunnen im heimischen Wohnzimmer.
23. Wasserfarben und Regenbogen
Wasser in der Kunst
„Wir haben Sommer und es ist ein warmer, vielleicht sogar heißer Sommertag. Im Laufe des Nachmittags wird es immer schwüler und der eben noch blaue Himmel wird schwarz. Drohende Wolkenberge brauen sich zusammen und dröhnendes Grollen lässt uns erahnen, was sich dort gleich entfesseln wird. Blitze durchzucken die Luft und das knallende Donnern versetzt uns in Angst und Schrecken. Wer jetzt noch keinen Schutz gefunden hat, wird in wenigen Sekunden nass bis auf die Haut. ….. Langsam kehrt wieder Ruhe ein, das Unwetter verzieht sich wie ein Feuer spuckendes Ungeheuer. Langsam wird es wieder heller, der Himmel lichtet sich, die ersten Sonnenstrahlen tauchen durch und dann erscheint er am Himmel: Der Regenbogen. Und plötzlich sind wir verzaubert vom Sonnenlicht, das sich in den kugelförmigen Wassertropfen spiegelt und bricht und haben das Gefühl, von einem farbenprächtigen, kreisbogenförmigen Lichtband umwoben zu sein.“
Eigentlich ist der Regenbogen mit seinem Farbspektrum nur ein rein physikalische Ereignis, das sich wissenschaftlich erklären lässt. Und dennoch gibt es kaum etwas vergleichbares, was uns so in seinen Bann zieht. Erreicht wird dieses Phänomen vermutlich durch das Zusammenspiel von Licht und Farben. In der darstellenden Kunst wird bei der Verwendung von Aquarellfarben ähnliches erzielt: einerseits die unglaubliche Leuchtkraft und andererseits die Transparenz des Lichtes.
24. 20.000 Meilen unter dem Meer

- Quelle: Fotolia
Wasser in der Literatur oder Musik
Wasser als Lebenselement zwischen Mythos und Molekül: So bringt es nicht nur Wunder hervor, sondern löst in uns oft auch große Verwunderung aus.
Wen haben die Geheimnisse der Meerestiefen nicht schon in ihren Bann gezogen? Egal, ob wir die spannende Geschichte von Professor Aronnax, seinem Diener Conseil und dem kanadischen Harpunier Ned Land lesen oder eine Dokumentation über die Lebewesen in den weitgehend unerforschten Meerestiefen im Fernsehen sehen.
Welche Bilder entstehen in unserer Phantasie, wenn wir von dem Unterwasserboot Nautilus und dem Kapitän Nemo lesen, den Beschreibungen unbekannter Lebewesen der Tiefsee, teilweise faszinierend durch ihre farbenprächtige Schönheit und manchmal auch fesselnd, durch ihre unbekanntes Erscheinungsbild von Riesenkraken und blinden Fischen mit Leuchtorganen.
Jules Verne beschreibt in seinem Roman den Sieg der Technik über die Natur, macht aber auch durch die Beschreibung der Schönheit auf unsere Verantwortung gegenüber dieser aufmerksam. Die Meerjungfrau in Kopenhagen oder Molly Melone in Dublin, es gibt viele Geschichten und Mythen, die direkt mit dem Wasser zusammenspielen.
Aber nicht nur die Literatur, sondern auch in der Musik hat das Wasser immer wieder große Kompositionen hervorgebracht: Schließen wir die Augen und hören die Moldau von Smetana, sitzen wir mit nackten Füßen an einem kleinen murmelnden Bach und hören wir die wunderschöne Wassermusik von Händel, weckt diese in uns das Bild großer Brunnenanlagen barocker Schlossgärten, in denen Frauen in raschelnden Seidenroben wandeln.
25. Powerwater
Wasser und Energiegewinnung
Wasser und Power – da wo Wasser fließt, ist auch Kraft im Spiel. So wird in einem Wasserkraftwerk die mechanische Energie des Wassers in Strom umgewandelt und damit für den Menschen nutzbar gemacht.
Welche Kraft und Gewalt hinter Wasser steckt, können wir spannend beobachten, wenn sich bei einer Sturmflut die heran rollenden Wellenberge mit tosender Kraft am Strand brechen oder ein Wasserfall senkrecht ins Tal rauscht.
Die aufschäumende Gischt wandelt sich im Sonnenlicht in farbenprächtige Prismen und taucht die ungebändigte Kraft in ein verspieltes Bild. So liegen Urgewalt und Faszination der Schönheit dicht beieinander: Die Beschaulichkeit eines Stauwassers und gleichzeitig herabstürzendes Wasser als entfesselte Urgewalt in Chaos und Unordnung.
26. Wasser und Energie
Wasser im Feng Shui
Sprudelnd und quicklebendig rauscht das Wasser aus den Quellen, doch dann wird es in Leitungen gezwängt. Wasser ist bis heute noch nicht komplett erforscht und man weiß inzwischen, dass es zu wenig ist, Wasser auf die bloße chemische Formel H2O zu reduzieren.
Auch sonst nutzen wir das Wasser, ohne direkt über die Wirkung nachzudenken. Interessant ist, dass es immer anders aussehen kann und doch oft auf uns die gleiche Wirkung hat. Der Angler geht angeln, um in Ruhe am Wasser zu sitzen. Wir sitzen am Strand und beobachten das flutende oder ebbende Meer. Oder der Blick auf sich brechende Wellen am Strand: Obwohl es sich endlos wiederholt, wird dieser Blick nie langweilig. Und wie wirkt sich der Klang des Wassers auf uns aus? Je nach der eigenen Grundstimmung ruft das leise Murmeln der Quelle oder das Tosen des Wasserfalls unterschiedliche Gefühle und Reaktionen in uns hervor.
All dieses unterschiedliche Hören oder Sehen von Wasser erzielt aber eine Wirkung: Wir werden ruhiger und entspannen. Wir schöpfen daraus Kraft und tanken Lebensenergie. Wasser als Energiespender für unseren Körper. Gibt es auch energetisierende Pflanzen?
27. Whirlpool - Bad
Wasser als Luxusgut
„Es ist früher Morgen, die Zeiger der Uhr stehen auf 6:00 Uhr und der Wecker beginnt gnadenlos zu piepen. Wir quälen uns aus dem Bett, schlurfen ins Bad unter die Dusche und öffnen den Hahn: Warmes Wasser rinnt an unserem Körper hinab und weckt die Lebensgeister.“
Mit allen Wassern gewaschen, auch das ist eine Form der Wassernutzung. Dass Duschen besser ist als immer in die Badewanne zu steigen, wissen wir und die Spartaste an der Toilettenspülung ist in unseren Breiten inzwischen Standard. Machen wir uns das Wissen darum aber immer klar? Was bedeutet es eigentlich 10 Liter einzusparen und wie sieht das aus? Uns fehlt die Vorstellung darüber, weil Wasser immer gleich wegläuft, es rinnt uns quasi zwischen den Händen hindurch. So erleichtert uns das Einsparen von Wasser das Gewissen.
Welche Bedeutung nicht nur im persönlichen Verbrauch, sondern bei der Qualität unseres Lebens hat Wasser noch? So ist beispielsweise Wasser als Badegewässer oder Schwimmbadwasser ein wichtiger Faktor für den Tourismus. Denken wir bei Urlaub nicht gleich auch immer an Strand, Sommer, Sonne und klares blaues Wasser? Oder ein duftendes Bad inmitten von Rosenblättern? So kann die Erkenntnis beim Besuch dieses Gartens für uns sein, dass wir Wasser in unserem Leben benutzen, ohne über die Menge nachzudenken und gleichzeitig eine positive Lebensqualität erzielen.
28. Hydrant - Werkstatt
Wasser in der Produktion
Bei dem Wort Wasser denken wir sicherlich spontan an einen Wasserhahn, den wir öffnen und das Wasser fließt hoffentlich klar, rein und sauber heraus. Aber haben wir uns schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie viele Arten von Wasser es gibt? So finden wir in der Landschaft Süßwasser, Meerwasser, Salzwasser oder Brackwasser. Mit jeder dieser Wasserarten assoziieren wir unterschiedliche Bilder. Was fällt uns ein zu Regenwasser, Oberflächenwasser, Grundwasser oder Rohwasser? Und welche Bilder entstehen bei Trinkwasser, Nutzwasser, Kühlwasser oder Abwasser? Somit ist Wasser nicht nur ein Verbrauchsgut, sondern auch als Handelsware zu betrachten. Wir schließen für die Nutzung und den Verbrauch von Wasser Verträge ab und bezahlen oft auch noch teures Geld dafür.
Kaufen wir ein trockenes Produkt, wie ein T-Shirt, machen wir uns kaum Gedanken darüber, dass für die Herstellung 4.100 Liter Wasser und für ein Paar Schuhe 8.000 Liter gebraucht werden. Dies ist vielen Menschen nicht bekannt. Man stelle sich das einmal vor: Bei 10 T-Shirts sind das schon 41.000 Liter. Ist das der Inhalt eines Schwimmbeckens? Kaum zu fassen, dass ein Neuwagen 450.000 Liter braucht, was verschluckt dann erst ein Brummi.
Wasser nützt nicht nur im Verbrauch, sondern spielt auch als Gewässer zum Transport von Waren eine wichtige Rolle. Auch hier fehlt uns die Vorstellungskraft, wie viel Wasser der Fluss führen muss, um uns per Schiff Waren zu liefern.
29. Haute Cuisine - Küche
Bedeutung des Wassers für den Menschen
Der menschliche Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Ein Mangel an Wasser führt beim Menschen zu gravierenden gesundheitlichen Problemen, da in diesem Fall die Funktionen des Körpers, die auf das Wasser angewiesen sind, eingeschränkt werden. Wir brauchen das Wasser also zum Leben, da es Lebensmittel und Element zur Lebensmittelproduktion gleichermaßen ist.Bei Wasser in der Lebensmittelproduktion kann man unterscheiden zwischen Gewässern, in denen Fische zum Verzehr leben, Wasser zur Bewässerung von Obst, Getreide und Gemüse in unserer Region. Auch eine ganz andere Form von Wasser, das sogenannte Grüne Wasser, dient uns als Lebensmittel. Hierbei handelt es sich um importierte Agrar-produkte anderer Länder oder gar Kontinente, für die beim Anbau Bewässerungswasser verwendet worden ist.
Wieviel Wasser braucht eigentlich Getreide, bis das Korn für ein Brot reicht? Und wieviel Wasser die Kaffeebohnen, damit es für eine Tasse Kaffee reicht? Solche Fragen stellen wir uns im Alltag kaum. Stehen wir in der Küche um ein Ei zum Backen aufzuschlagen, können wir kaum fassen, dass für die Produktion 135 Liter Wasser nötig waren, für ein Glas Milch sogar 200 Liter. Aber wie tröstlich: für zwei Kartoffeln sind es nur 50 Liter Wasser nötig, für den Anbau von Bananen aber 1.000 Liter pro Quadratmeter Boden.
Auch wenn das Wasser so eine bedeutende Rolle in der Lebensmittelproduktion spielt, ist das Wasser, das uns die Kehle herunter rinnt wie ein Erlebnis. Wasser als reine klare Flüssigkeit, allein der Gedanke an einem heißen Sommertag an das kühle, perlende Nass regt unsere Fantasie an. So verbindet uns das Wasser als Lebensmittel mit dem Ort Küche. Im Zuge von Wellness und gesunder Ernährung ist Wasser heute fast ein Accessoire des modernen Lifestyle: So gilt es als absolut hipp, Wasser aus besonders reinen skandinavischen Gletscherregionen oder aus alpinen Gesteinsfilterungen von weit her zu importieren und in exklusiv designten Flaschen, die die Hochwertigkeit unterstreichen sollen, als Luxusprodukt zu servieren.
30. König der Löwen
Savannenlandschaft
Die Savanne wird einerseits als tropischer Vegetationstyp definiert, der aus einer geschlossenen Kraut- und einer eher offenen Gehölzschicht besteht, und andererseits als eine Klimazone zwischen Regenwald und Wüste.
Die Vegetation wird vom jahreszeitlichen Wassermangel beherrscht. Das Landschaftsbild wechselt von trocken-karg bis zu saftig-frisch-grün. Vorherrschende Baumart ist die Gattung Acacia und der trocken-kahle Baobab. Wasser, aber auch Feuer prägen das Erscheinungsbild der Savanne: Das Feuer führt zum Absterben junger Bäume und begünstigt Gräser. Durch die Brände werden tote Pflanzenteile entfernt und somit Nährstoffe dem Kreislauf zurückgegeben.
In seiner Abhängigkeit vom Wasser, Feuer und von den Menschen ist das ökologische Gleichgewicht der Savanne fein austariert: Brände schaffen Raum für weite Graslandschaften, Wasser ermöglicht das Wachstum von Gras und Laub. Große Pflanzenfresser wie beispielsweise Elefanten begrenzen das Wachstum der Bäume, indem sie Äste abbrechen oder Baumstämme umtreten. Durch das Absterben der Baumschicht wird der Waldbestand ausgelichtet, was wiederum die Wachstumsbedingungen für Gräser erhöht und damit Weideland für Büffel, Zebras und Gazellen schafft. Wird dieses Ökosystem durch den Menschen gestört, beispielsweise durch Überweidung, erodiert die fruchtbare Bodenschicht, Wüstenbildung ist die Folge.
„ … Ich bin verzaubert, wenn ich an Afrika denke. Ich spüre den trockenen Staub der Savanne in der Nase, vor meinem geistigen Auge ziehen Tierherden wie Zebra, Gazelle und Elefanten vorbei. Giraffen zupfen in der luftigen Höhe der Baumwipfel das Laub von den Zweigen und im Schatten der Bäume liegt die Löwenfamilie und döst in der flirrenden Mittagshitze. Ich höre das Zirpen der Grillen, das Trompeten von Elefanten an einer Wasserstelle schallt herüber und der Klang afrikanischer Trommeln vibriert in meiner Brust… “
31. Wüstenwellen
Spielplatz
Kinder lieben es, im Sand zu spielen: Warmer Sand lädt dazu ein, in ihm zu liegen, sich darin zu wälzen und die Wellen herunter zu kullern. Trockener Sand rieselt durch die Hände, Sand eignet sich zum Formen und Bauen. Und wie wohnt man in der Wüste? Welche Behausungen gibt es dort?
32. Oasengarten
Die Kraft des Tropfens
„ … Kein Regen, keine Pflanzen, alles trocken, nur Sand: Wir befinden uns in der Wüste. Das Licht flimmert, die Tage sind unerträglich heiß, die Sonne brennt und die Nächte bringen Kälte. Die Lippen sind von der trockenen Hitze aufgesprungen und in dieser lebensfeindlichen Landschaft gibt es nur einen Ort zum Überleben: die Oasen. Unser Mund ist trocken, wir sehnen uns nach einem Schluck Wasser …“
Oasen sind Vegetationsflecken in der Wüste, die üblicherweise an einer Quelle und Wasserstelle liegen. Sie variieren in ihrer Größe und in ihrem Charakter, von kleinen, mit Dattelpalmen umgebenen Teichen, bis hin zu großen Städten mit Industrie- und Landwirtschaftsbetrieben.
Ausgeklügelte Bewässerungstechniken ermöglichen eine Oasenwirtschaft. Das für die Kulturpflanzen benötigte Wasser wird dabei meist in offenen Kanälen – ähnlich einem Mosaik - nach einem strikt festgelegten Schema verteilt. Dies ist eine intensive Wirtschaftsform innerhalb der Oasen und versorgt nicht nur die Bewohner mit Nahrungsmitteln, sondern liefert mit ihren angebauten Kulturpflanzen oft auch wichtige Kulturgüter. Oasen kommen in allen Wüsten, beispielsweise auch in den asiatischen Wüsten vor.
Oasen waren früher Versorgungsstellen für Karawanen sowie Handelsplätze der Nomaden. An ihren Plätzen findet reges Leben und Treiben statt. Nachrichten werden genauso wie Waren ausgetauscht. Kamele und Palmen sind an dieses Extrem angepasst, aber auch sie brauchen Wasser. Die Reisewege von einer Oase zur nächsten müssen sorgfältig geplant sein.
33. Blaue Fata Morgana
Wüstenflirren
Über der Wüste flimmert die Luft und gleich könnte eine Fata Morgana erscheinen: Die Reise durch die Wasserwelten endet an einem kargen Ort ohne Wasser. Der Garten vermittelt durch die Verwendung von Materialien wie Sand, Schotter und Kies eine aride Zone. In Korrespondenz zum Garten „Wüstenwellen“ könnte das Landschaftsbild noch deutlicher in Szene gesetzt werden und mit den unterschiedlichen Farben der Wüstensände spielen: Das weiße Flirren der Salzwüste, der rote, glühende Sand der Namibwüste und der warme Goldton der Sahara.
Die Wüstenlandschaft, mit ihren durch Wind messerscharf gezogenen Konturen, weist starke Kontraste von Hitze und Kälte, aber auch gleißendem Licht und Schatten auf.
In diesem Garten wird eine Wüstenlandschaft dieser Welt dargestellt. Wenn überhaupt ist die Ver-wendung von Pflanzen eher stachelig und dornig: Wie haben sich die Pflanzen an diesen extremen Standort angepasst? Eine Anpassung ist die Ver-ringerung der Blattoberfläche und das Speichern von Wasser im unterirdischen Wurzelsystem. Offen-sichtlich sind sie richtige Überlebens- und Wasser-sparkünstler und wehren sich mit Stacheln und Dornen, um das tapfer erkämpfte Leben zu verteidigen. Manchmal blühen die Wüstenpflanzen auch nur, nachdem es geregnet hat, während sie vorher im Standby-Modus ruhen.
Geländedokumentation 2008
Wollen Sie wissen, wie das Gelände ursprünglich ausgesehen hat? Dann schauen Sie sich untenstehenden Clip von 2008 an. Seit Januar 2009 haben die vorbereitenden Bautätigkeiten im Gelände begonnen. Überzeugen Sie sich selbst mit einem
Geländerundgang oder verfolgen Sie die Entwicklungen mit den vielen Fotos auf unseren
Internetseiten.
Planungsunterlagen für Landschaftsarchitekturbüros zur Planung "In 80 Gärten um die Welt"
Die igs 2013 hat zahlreiche nationale und internationale Landschaftsarchitekturbüros zur Erarbeitung der Entwurfsplanung eingeladen.
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Wasserwelten
Wilhelmsburg liegt auf der Höhe des Meeresspiegels. Ohne Deiche und Wettern würde die Elbinsel bei jedem Hochwasser ertrinken. Wasser bedroht uns – aber Wasser ist auch Lebensqualität.
Internationaler Studentenwettbewerb "in 80 Gärten um die Welt"
Gelände-Ansichten 2008/2009
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