Der Stadtteil Wilhelmsburg

Willkommen in Hamburg-Wilhelmsburg - willkommen bei der Internationalen Gartenschau.

Grün, bunt, international: Das ist Wilhelmsburg. Eine Insel mit Kanten. Ein zutiefst bürgerliches Viertel mit Einfamiliensiedlungen und akkurat gepflegten Vorgärten. Zweistöckigen Stadthäusern am Kanal, einem Yachthafen und Altbauwohnungen,  in denen der Klingelknopf für das Personal in Wohn- und Esszimmer noch von den alten Zeiten kündet.  Wilhelmsburg, das ist aber auch ein armes Viertel: mit Menschentrauben vor Kiosken und gardinenverhangenen Eckkneipen, mit vielen Arbeitslosen und bildungsfernen Familien.

Die Brüche sind hart. Und doch oder gerade deshalb kommen immer mehr junge Menschen und junge Familien hierher: Sie suchen Authentizität und Freiraum, bevölkern die Soul Kitchen und das „Portugiesenviertel“ im Reiherstieg, errichten ihre Werkstätten und Ateliers auf den Hausbooten im Spreehafen oder gründen Cafés und Läden für Kunsthandwerk und alte Möbel. Auch das ist Wilhelmsburg: ein unverbrauchter Ort, an dem man sich entfalten kann.

Mit seinen 35 Quadratkilometern ist die Elbinsel zwar der flächenmäßig größte Stadtteil Hamburgs, aber mit rund 50.000 Einwohnern nur dünn besiedelt. Das Stadtbild ist geprägt von der wechselvollen Geschichte des Quartiers: Hochhaussiedlungen, Brachland, Containerberge und dominante, den Stadtteil zerreißende Verkehrstrassen hier, idyllische Wasserlandschaften, verwunschene Wege an baumbestandenen Kanälen, Reetdach gedeckte Katen und Kopfstein gepflasterte Stichstraßen dort.

Es sind die Gegensätze, die den rauen Charme des Stadtteils ausmachen. Die Wilhelmsburger haben das schon lange erkannt. Seit Jahrzehnten kämpfen sie für die Verbesserung ihrer Lebensqualität. Darin wollen sie igs 2013 und IBA unterstützen: mit bezahlbarem Wohnraum, klimafreundlicher Energieversorgung, neuen Schulen und Bildungskonzepten. Sie wollen den Inselbewohnern ihre Ufer zurückgeben und bauen zwei Barkassenlinien von den Landungsbrücken bis ins Herz des Stadtteils. Knapp dreißig neue Brücken über Wasserläufe und Verkehrstrassen sollen die Barrieren überwinden, die den Stadtteil über Jahrzehnte in Ost und West zerteilten, unzählige Wege unpassierbar machten oder sie in einer Sackgasse enden ließen. Nicht zuletzt wird die igs 2013 im Zentrum der Insel eine grüne Oase errichten, die für alle erreichbar und erlebbar sein wird. Das sind die Chancen, die Herausforderungen und - wenn es gelingt und es wird gelingen  - das Vermächtnis von igs 2013 und IBA für die Stadt.

Lage der Elbinsel Wilhelmsburg
Lage des Parks in Wilhelmsburg
Wilhelmsburg-Mitte aus der Luft